Systemisches Familienstellen
Bevor ich Dir beschreibe, was Familienstellen im Allgemeinen ist, möchte ich Dir einen kleinen Einblick in meine Erfahrungen und meine Sicht zu dieser wundervollen Arbeit mitgeben.
Mit der Entscheidung eine Aufstellung zu machen, merken viele, dass innerlich etwas in Bewegung kommt (Freude, die Energie steigt oder auch Angst, Unruhe und sogar körperliche Symptome).
Auch im Außen kann sich dies bemerkbar machen.
Einzelne Familienmitglieder benehmen sich plötzlich "komisch" oder mit ihrem Verhalten berühren sie dein inneres Thema.
Das System merkt unbewusst, dass etwas in Bewegung kommt und Veränderung ansteht.
Das wird nicht jede Person in diesem System freudig stimmen. Veränderungen können Angst machen.
Wenn ich den Raum mit meinem Mann für die Aufstellungen vorbereite, können wir beide die Kraft spüren, die in diesem eröffneten Feld entsteht.
Es ist ein "Kraft- und Heilfeld" in dem immer wieder Unglaubliches geschieht. Es ist ein Kreis in dem auch all die Ahnen und Ahninnen der Teilnehmenden Platz nehmen.
Diese wundervollen Kräfte unterstützen diese Arbeit um lang gehegte und weitergegebene "ungesunde Traditionen" endlich abzulegen und alte weitergegebene Wunden zu heilen.
Es entsteht ein Feld indem Gefühle vielleicht zum ersten Mal gefühlt werden.
Es entsteht ein Feld, in dem Worte gesagt werden können, die vielleicht noch nie ausgesprochen wurden.
Es entsteht ein Feld, in dem tiefe Selbsterkenntnis möglich ist.
Es entsteht ein Raum, in dem eine Begegnung von Herz zu Herz stattfinden kann. Frei von Vorstellungen, Rollen oder Geschichte.
Das systemische Familienstellen ist eine wirkungsvolle Methode, um unbewusste Dynamiken, Konflikte und Verstrickungen innerhalb von Systemen sichtbar zu machen.
Jeder Mensch ist ein System (Körper) und lebt in verschiedenen sozialen Systemen – Familie, Partnerschaft, Beruf, Freundeskreis – die uns prägen und beeinflussen.
Wir alle leben in Systemen. Zunächst innerhalb der Familie oder Erziehungsberechtigten. Später in anderen sozialen Gefügen wie Freundeskreise, Arbeitsstelle, Partnerschaften, usw.
Wir alle beeinflussen diese unterschiedlichen Systeme, so wie diese uns beeinflussen.
Besonders prägend ist das Familiensystem, da wir gerade in den ersten Lebensjahren in einem besonderen Verhältnis zu unseren Erziehungsberechtigen stehen.
Wir lernen von ihnen, übernehmen Verhaltensweisen, Rituale, Glaubensätze und sogar die Art wie die Welt zu betrachten.
Bereits früh übernehmen wir unbewusst Muster, Glaubenssätze oder emotionale „Lasten“ von unseren Eltern oder anderen Vorfahren.
Die Gründe sind vielfältig; Loyalität, Liebe, Bedürfnis nach Liebe oder Anerkennung, Überlebensstrategie, usw.
Doch nicht nur unsere unmittelbare Herkunftsfamilie kann Einfluss auf uns und unser Leben haben.
Dies zeigen Forschungen im Bereich der Epigenetik:
Traumatische Erlebnisse oder ungelöste Konflikte früherer Generationen können weiterwirken und unser heutiges Verhalten, unsere Beziehungen und unser Wohlbefinden beeinflussen, ohne dass wir uns dieser Zusammenhänge bewusst sind.
Das Familienstellen kann dabei helfen, Zusammenhänge, Ursachen und Verstrickungen im System zu erkennen und zu lösen.
Ablauf einer Aufstellung:
In einer Aufstellung – meist in der Gruppe – werden sogenannte Stellvertreter*innen für Familienmitglieder oder andere Systembeteiligte gewählt. Diese nehmen bestimmte Positionen im Raum ein, zunächst entsprechend dem inneren Bild der aufstellenden Person.
Auch ohne Vorwissen nehmen die Stellvertreter*innen Gefühle, Spannungen und Beziehungen im System wahr.
Durch achtsame Begleitung und Veränderung im „Feld“ entsteht Schritt für Schritt ein neues, heilsames Bild.
Dieser Prozess kann tiefgreifende Erkenntnisse, Klarheit und emotionale Entlastung ermöglichen – mit nachhaltiger Wirkung auf das Leben und Erleben der hilfesuchenden Person.
Beispiele für Themen einer Aufstellung:
- Beziehungen (Eltern, Partnerschaft, Kinder, Freunde, Arbeitsstelle…)
- Blockaden insbesondere immer wiederkehrende Situationen und Ereignisse
- Familienplanung (z.B. unerfüllter Kinderwunsch)
- Neuorientierung und Lebensplanung
- Trennung oder Verlust
- Krankheit als ganzheitlichen Prozess zu verstehen (Körper und Seele arbeiten perfekt zusammen, nicht nur der Körper braucht Hilfe, auch die Seele braucht Medizin😊)
- Um sich selbst besser verstehen zu können
- Zugang zu den eigenen Gefühlen zu bekommen
- Ursachen für ungesunde oder schädigende Verhaltensweisen zu erkennen und ablegen zu können
- …
Dennoch, Familienstellen ist kein Allheilmittel.
Es ist ein Schritt in Richtung „zu Dir“.
Besonders wenn Du bestimmte Themen schon lange mit Dir herumträgst, sind möglicherweise noch weitere Schritte notwendig, um dieses Thema in der Ganzheit zu begreifen.
Ich vergleiche es gerne mit einer Zwiebel:
Manchmal ist es notwendig jede einzelne Zwiebelschicht langsam herunter zu arbeiten und zu betrachten, um zum zur Mitte zu kommen.
Das bedeutet nicht, dass Du eine Aufstellung nach der anderen machst, sondern vielleicht auch mehrere unterschiedliche therapeutische Methoden nutzt, die Dich zum Ziel führen.
Neugierig? Dann melde Dich zum "Schnuppern" als Teilnehmer*in für das nächste Seminar bei mir an.
Unter : "Termine & Seminare" findest Du die kommenden Termine

Aufstellungstermine
siehe:
Termine & Seminare
Barbara de Gero
Marienstr. 46
24937 Flensburg
Telefon: 01520 8654427
E-Mail: therapie-in-flensburg (at) gmx.de
